Diagnose und Therapie

Akute Brustschmerzen können unter anderem auch auf ein Magengeschwür, ein Wirbelsäulensyndrom, eine Herzmuskelentzündung oder eine Lungenembolie zurückzuführen sein. Durch eine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls bildgebende Verfahren wird der behandelnde Arzt deshalb solche Ursachen schnellstmöglich ausschließen.

Das wichtigste Instrument bei den ersten Diagnose-Schritten ist das Elektrokardiogramm (EKG). Innerhalb von zehn Minuten nach dem ersten medizinischen Kontakt sollte ein 12-Kanal-Ruhe-EKG erstellt werden. Ebenso wichtig ist eine sofortige Blutabnahme zur Bestimmung des Herzenzyms Troponin.

Das EKG erlaubt die Unterscheidung zwischen einem akuten Koronar-syndrom mit ST-Streckenhebung (STEMI) und einem ohne anhaltende ST-Streckenhebung (NSTE-ACS).

Im ersten Fall, wenn neben dem typischen Brustschmerz eine länger als 20 Minuten anhaltende ST-Streckenhebung vorliegt, ist von einem Herzinfarkt mit kompletten Verschluss einer Koronararterie auszugehen, der schnellstmöglich wieder geöffnet werden muss.1,3

Stellt der Arzt die Arbeitsdiagnose NSTE-ACS, zeigt die Messung von Troponin im Blut an, ob es sich um einen Nicht-ST-Streckenhebungs-Herzinfarkt (NSTEMI) oder eine instabile Angina pectoris handelt. Dank hochsensitiver Nachweismethoden kann nach drei Stunden eine zweite Bestimmung des Troponins einen Herzinfarkt mit fast hundertprozentiger Sicherheit aufdecken. Ziel der Behandlungsmaßnahmen ist es, die Mangeldurchblutung zu verringern und den plötzlichen Herztod zu verhindern.1,11

ACS-Patienten werden umgehend in eine Klinik eingewiesen, idealerweise in eine Chest-Pain-Unit (CPU). Solche spezialisierten Einrichtungen sind darauf eingestellt, Patienten mit akutem Brustschmerz rund um die Uhr zu diagnostizieren und zu behandeln.1,11,14

 

 

1. ESC/DGK-Pocket-Leitlinien, Akutes Koronarsyndrom ohne ST-Hebung (NSTE-ACS), Update 2011.
3. Baer FM et al., in: Erdmann E, Klinische Kardiologie, Heidelberg 2011, S. 13–72.
11. Achenbach S et al., Kardiologe 2012; 6 (4): 283–301.
14. Perings S et al., Kardiologe 2010; 4 (3): 208-213.


L.DE.MKT.GM.12.2015.2523

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Zuletzt aktualisiert: 24. März 2017 - Copyright © Bayer Vital GmbH
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