Medikamentöse Therapie


Ein wichtiges Ziel der medikamentösen und interventionellen Therapie des Vorhofflimmerns sind die Rhythmuskontrolle, und – wenn eine Rückführung in den Sinusrhythmus dauerhaft nicht möglich ist – die Frequenzkontrolle. Zur Rhythmuskontrolle werden neben Kardioversion und Ablation auch Antiarrhythmika eingesetzt, zur Frequenzkontrolle können neben Betablockern und Calcium-Kanalblockern auch Digitalis-Glykoside eingesetzt werden. Bei symptomatischer Bradyarrhythmie kann die Gabe von Atropin erfolgreich sein, es kann aber auch die Implantation eines (temporären) Schrittmachers erforderlich werden.

Außerdem zielt die Behandlung darauf ab, bei Patienten mit Vorhofflimmern einen Schlaganfall zu verhindern. Hierzu wurden in der Vergangenheit insbesondere Vitamin-K-Antagonisten (VKA) und Heparine eingesetzt. Heparine und indirekte Faktor-Xa-Hemmer müssen gespritzt werden. Vitamin-K-Antagonisten haben den Nachteil, dass aufgrund ihrer geringen therapeutischen Breite regelmäßig Gerinnungstests – so genannte INR-Bestimmungen - durchgeführt werden müssen.

Seit kurzem stehen neue, einfacher durchzuführende und sehr wirksame Therapien zur Schlaganfall-Prophylaxe bei Vorhofflimmern zur Verfügung. Diese oral einzunehmenden Antikoagulanzien wirken, indem sie einzelne Gerinnungsfaktoren direkt hemmen, wie etwa den aktivierten Faktor II (FIIa = Thrombin) oder den aktivierten Faktor X (Faktor-Xa). Es handelt sich überwiegend um neuere Präparate, die erst seit 2011 in dieser Indikation in Europa zugelassen sind. Zu den Thrombin-Hemmern zählt der Wirkstoff Dabigatran, ein Beispiel für einen direkten Faktor-Xa-Hemmer ist der Wirkstoff Rivaroxaban.

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Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2012
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