Herzkatheter

Im Anschluss an die medikamentöse Akut-Therapie werden weitere Maßnahmen eingeleitet, um die Diagnose zu verfeinern und die individuell beste Behandlungsstrategie zu finden. Hierzu gehören die Echokardiographie (EKG) als wichtigstes nicht-invasives Bildgebungsverfahren, die Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiografie), Labortests und die Anwendung spezifischer Risikoskalen dazu.9,11

Je nach Risikoprofil des Patienten wird im Katheterlabor innerhalb eines Zeitfensters von zwei Stunden bis drei Tagen – bei STEMI sofort - eine Koronarangiografie durchgeführt, um verengte Herzkranzgefäße zu identifizieren. Mit dem Herzkatheter wird Kontrastmittel in die Herzkranzarterien gebracht, damit die Gefäße deutlich sichtbar werden. Eine mögliche Verengung lässt sich noch während des Eingriffs mit einem winzigen Ballon aufdehnen, so dass das Blut wieder normal zirkulieren kann. Häufig wird dabei auch gleich eine Gefäßstütze (Stent) eingeschoben, ein kleines Drahtgeflecht, das das Gefäß über längere Zeit offen halten soll. Die Patienten empfinden bei dieser minimal-invasiven Methode keine Schmerzen. Sie erhalten lediglich eine lokale Betäubung an der Einstichstelle.9

Langfristige Behandlung

Nach überstandenem akutem Koronarsyndrom besteht ein erhöhtes Risiko, erneut einen Herzinfarkt zu erleiden. Um dieses Risiko zu verringern und den Patienten so gut wie möglich vor einem erneuten Herzinfarkt zu schützen, ist eine langfristige medikamentöse Behandlung (Sekundär-Prophylaxe) wichtig! Bislang bestand die Sekundär-Prophylaxe eines akuten Koronarsyndroms aus Blutplättchen-hemmenden Medikamenten.


Seit kurzem gibt es zur langfristigen Vorbeugung eines erneuten Herzinfarktes eine weitere Therapieoption. Hierbei kann in der Klinik nach Abklingen der Akutphase zusätzlich ein Blutgerinnungshemmendes Medikament gegeben werden. Genau wie in der akuten Behandlung kann so zur Verhinderung des Auftretens eines erneuten Blutgerinnsels bzw. Herzinfarktes die Bildung des Blutgerinnsels über zwei sich ergänzende Wege gehemmt werden.

 

 

9. BDI/BNK, www.internisten-im-netz.de/de_herzinfarkt-ursachen_28.html S. 32.
11. Achenbach S et al., Kardiologe 2012; 6 (4): 283–301.


Weitere Informationen

» Medikamentöse Therapie


L.DE.MKT.GM.12.2015.2523

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Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2017 - Copyright © Bayer Vital GmbH
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