Therapieentscheidung aus nephrologischer Sicht

 

Der Erhalt der Nierenfunktion ist ein wichtiger Aspekt bei der Therapie von nicht valvulärem Vorhofflimmern (nv VHF) und insbesondere dann zu beachten, wenn zusätzlich ein Diabetes oder eine Nierenfunktionsstörung besteht. Warum gerade in diesen Fällen Rivaroxaban im Vergleich zu Warfarin besonders geeignet ist.

 

 

5 Fakten zu Nierenfunktion, Diabetes und Antikoagulation

 

5 Fakten zu Nierenfunktion, Diabetes und Antikoagulation

 

 

Wahl des Antikoagulans wichtig für den Erhalt der Nierenfunktion

 

Eine US-amerikanische retrospektive Kohortenanalyse5 mit 9.769 nv VHF-Patientinnen und Patienten zeigt für Rivaroxaban im Vergleich zu Warfarin ein geringeres Risiko für eine Abnahme der Nierenfunktion. Im direkten Vergleich war Rivaroxaban hinsichtlich 3 Nierenendpunkten überlegen:5

  • Risiko für einen 30-prozentigen Abfall der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (relative Risikoreduktion [RRR] um 32 %, KI: 0,53 – 0,86)
  • Verdopplung des Serumkreatinins (RRR um 50 %, KI: 0,26 – 0,97)
  • Risiko eines akuten Nierenversagens (RRR um 25 %, KI: 0,59 – 0,97)

 

Für den Endpunkt terminale Niereninsuffizienz ergab sich kein signifikanter Unterschied.5

Auch in einer retrospektiven Analyse deutscher Krankenversicherungsdaten reduzierte sich unter Rivaroxaban im direkten Vergleich mit Phenprocoumon das Risiko für akutes Nierenversagen um 28 % (KI: 0,53 – 0,97).9 Bei den Vergleichen Apixaban vs. Phenprocoumon und Edoxaban vs. Phenprocoumon ergab sich keine signifikante Risikoreduktion.9

 

 

 

„Wahrscheinlich ist es so, dass unter NOAK die Atherosklerose wesentlich geringer und weniger häufig auftritt als unter Antikoagulation mit Vitamin-K-Antagonisten (VKA). Ein weiterer Aspekt könnte sein, dass es unter VKA sehr häufig zu einer Überantikoagulation kommt, die auch zu einer dauerhaften Verschlechterung der Nierenfunktion führen kann.“10

PD Dr. med. Klaus Thürmel, Chefarzt der Nephrologie, Klinik Augustinum München

 

 

 

Im Praxisalltag: Nierenfunktion kontrollieren und Dosis ggf. anpassen

 

Zur Kontrolle der Nierenfunktion empfiehlt Dr. Thürmel folgende Parameter zu erheben:10

  • glomeruläre Filtrationsrate (die Bestimmung des Serum-Kreatinins allein ist nicht ausreichend)
  • Kreatinin-Clearance
  • weitere renale Parameter, wie z. B. das Ausmaß der Proteinurie

 

Als Richtgröße für die Kontrollabstände in Monaten rät der Nephrologe: Kreatinin-Clearance ÷ 10. Die Zeitabstände könnten u. U. aber auch geringer sein, so Dr. Thürmel in einem Interview zur Therapie von nv VHF-Erkrankten mit Diabetes und Niereninsuffizienz.10

Ist die Nierenfunktion eingeschränkt, muss die die Dosis von Rivaroxaban (Xarelto®) angepasst werden (Abbildung 1).11

 

 

Xarelto Kreatinin-Clearance
Abb. 1: Dosierungsschema Rivaroxaban bei eingeschränkter Nierenfunktion

*Kann bei KrCl 15 – 29 ml/min mit Vorsicht angewendet werden. Anwendung nicht empfohlen bei Patienten mit KrCl < 15 ml/min. Bei nv-VHF-Patienten mit PCI und Stent für max. 12 Monate: Xarelto 15 mg 1 x tägl. + P2Y12-Hemmer (z. B. Clopidogrel), bei einer KrCl von 30 – 49 ml/min: Xarelto 10 mg 1 x tägl. + P2Y12-Hemmer
1. Aktuelle Fachinformationen Xarelto 15 mg, 20 mg Filmtabletten.

 

PP-XAR-DE-2451-1

Quellen:

  • Potapara T. S. et al. Use of oral anticoagulants in patients with atrial fibrillation and renal dysfunction. Nat Rev Nephrol 2018; 14(5): 337–351 Return to content
  • Ding Y. W. et al. Pathophysiology of atrial fibrillation and chronic kidney disease. Cardiovasc Res 2021; 117(4): 1046–1059 Return to content
  • Afkarian M. et al. Kidney Disease and Increased Mortality Risk in Type 2 Diabetes. J Am Soc Nephrol 2013; 24(2): 302–308 Return to content
  • Watanabe H. et al. Close bidirectional relationship between chronic kidney disease and atrial fibrillation: the Niigata preventive medicine study. Am Heart J 2009; 158: 629–636 Return to content
  • Yao X. et al. Renal Outcomes in Anticoagulated Patients With Atrial Fibrillation. J Am Coll Cardiol 2017; 70: 2621–2632 Return to content
  • Inohara T. et al. Decline in renal function and oral anticoagulation dose reduction among patients with atrial fibrillation. Heart 2020; 106: 358–364 Return to content
  • Roldán V. et al. Renal impairment in a “real-life” cohort of anticoagulated patients with atrial fibrillation (implications for thromboembolism and bleeding). Am J Cardiol 2013; 111: 1159–1164 Return to content
  • Steffel J. et al. The 2018 European Heart Rhythm Association Practical Guide on the use of non-vitamin K antagonist oral anticoagulants in patients with atrial fibrillation. Eur Heart J 2018; 39: 1330–1393 Return to content
  • Bonnemeier H. et al. Präsentiert anlässlich des ESC Congress 2019, Mailand, Italien, AS25-069 Return to content
  • Interview: PD Dr. Klaus Thürmel – nv VHF-Patienten mit Diabetes und Niereninsuffizienz, Bayer Vital GmbH Return to content
  • Aktuelle Fachinformationen Xarelto 2,5 mg, 10 mg, 15 mg und 20 mg; Xarelto 1 mg/ml Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen Return to content
a Für mehr Extra Momente bei: - nv VHF: Patienten mit nicht valvulärem Vorhofflimmern haben ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Nutzen Sie deshalb eine Schlaganfall-Prophylaxe, um Ihre Patienten mit Risikofaktoren zu schützen. - TVT/LE: Patienten mit Tiefer Venen Thrombose oder Lungenembolie (TVT/LE) haben ein hohes akutes und langfristiges Risiko. Schützen Sie Ihre Patienten über die gesamte Therapiedauer. - KHK/pAVK: Patienten mit koronarer Herzerkrankung/symptomatischer peripherer arterieller Verschlusserkrankung haben ein erhöhtes Risiko für ischämische Ereignisse. Nutzen Sie deshalb eine zusätzliche vaskuläre Protektion, um Ihre Patienten mit hohem ischämischem Risiko zu schützen.