Risikogruppe Frauen

Insgesamt sind jährlich etwa 90 bis 130 von 100.000 Personen erstmals von einer tiefen Venenthrombose betroffen. Frauen haben ein erhöhtes Thrombose-Risiko:

  • in der Schwangerschaft und im Wochenbett
  • während der Einnahme von Hormonpräparaten zu Empfängnisverhütung
  • während der Einnahme von Hormonpräparaten gegen die Beschwerden während und nach den Wechseljahren

Schwangerschaft und die Pille - Risikofaktor Hormone

Weibliche Hormone spielen bei der Entstehung einer Thrombose eine Rolle. Dies gilt sowohl bei einer Schwangerschaft, als auch für die Einnahme von Hormonpräparaten wie der Pille oder bei der Hormonersatztherapie während oder nach den Wechseljahren.


Schwangerschaft und Entbindung

Im Verlauf einer Schwangerschaft und nach der Entbindung kommt es im Körper der Frau zu vielfältigen hormonellen Veränderungen. Diese beeinflussen unter anderem die Elastizität der Blutgefäße sowie Gerinnungsfähigkeit, Volumen und Fließeigenschaften des Blutes dahingehend, dass sie eine Thromboseentstehung begünstigen.

Deshalb ist das Risiko für Thrombosen und Lungenembolien während und kurz nach einer Schwangerschaft erhöht. Kurz nach der Geburt, im Wochenbett, ist die Thrombosegefahr am höchsten. Dabei steigt die Wahrscheinlichkeit einer Thromboseentstehung nach einem Kaiserschnitt im Vergleich zu einer vaginalen Geburt um das 5-fache an.


Die Pille - hormonelle Verhütungsmittel

Die Einnahme der Antibabypille erhöht das Thrombose-Risiko – insbesondere wenn noch weitere Risiken wie Rauchen, Übergewicht oder eine angeborene Thrombose-Neigung hinzukommen. Gerade in der Anfangsphase (im ersten Jahr) ist die Thrombose-Gefahr höher als nach längerer Einnahmedauer.


Hormonersatztherapie

Auch für Frauen, die eine Hormonersatztherapie während oder nach den Wechseljahren durchführen, ist das Thrombose-Risiko erhöht. Das hängt einerseits mit dem Alter zusammen, andererseits wird das Thromboserisiko durch die Östrogene in den Hormonpräparaten zusätzlich erhöht.


Alter: ein Risikofaktor

Generell gilt, dass das Thrombose-Risiko mit dem Alter deutlich zunimmt. Bis zum 40. Lebensjahr sind Thromboembolien eher selten. Die Wahrscheinlichkeit in dieser Altersgruppe liegt bei 1 / 10.000 Personen Bei einem 80jährigen steigt das Risiko bereits auf 50 / 10.000 an. Man schätzt, dass das Thrombose-Risiko eines 85jährigen 13 mal höher liegt als bei einem 50jährigen.

[AWMF S3-Leitlinie Prophylaxe der venösen Thromboembolie (VTE), 2. komplett überarbeitete Auflage, Stand: 15.10.2015, gültig bis Herbst 2019]


L.DE.MKT.GM.06.2016.3051

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Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2017 - Copyright © Bayer Vital GmbH
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