Gerinnungshemmende Medikamente

Bei gesunden  Menschen werden die festen und flüssigen Bestandteile des Blutes durch die regelmäßigen Kontraktionen des Vorhofs gut durchmischt. Anders ist es beim Vorhofflimmern. Hier können sich feste Blutbestandteile zu Gerinnseln zusammenlagern, mit dem Blutstrom in das Gehirn wandern und dort einen Schlaganfall auslösen. Um dies zu verhindern, muss das Blut mit Hilfe von Medikamenten "verdünnt" werden.

Während des Vorhofflimmerns schlagen die Vorhöfe mit einer sehr hohen Frequenz (300 – 600 Schläge in der Minute). Dadurch kommt es nicht mehr zu einer geordneten Kontraktion, sondern nur zu einem leichten Zittern der Vorhöfe. Blutplättchen und rote Blutkörperchen können sich dann in den Winkeln und Nischen des Vorhofs ablagern, vor allem im sogenannten Vorhofohr. Das erhöht die Gefahr von Blutgerinnseln. Teile dieser Blutgerinnsel können sich ablösen, mit dem Blutstrom in die Blutbahn geschwemmt werden und Adern verstopfen. Wenn ein solches Blutgerinnsel ins Gehirn gelangt, dort eine hirnversorgende Arterie verstopft und so von der Blut- und Sauerstoffzufuhr abschneidet, kann es einen oft folgenschweren Schlaganfall auslösen. Bei 20 – 30 Prozent aller Schlaganfallpatienten ist Vorhofflimmern die Ursache – eine vermeidbare Ursache, wenn die Patienten mit Vorhofflimmern rechtzeitig mit gerinnungshemmenden Medikamenten behandelt werden.

Wie die gerinnungshemmende Therapie erfolgen soll, hängt vom individuellen Risiko ab. Es gibt eine Reihe bedeutsamer Risikofaktoren:

  • Eine eingeschränkte Pumpfunktion des Herzens,
  • Schlaganfall in der Vorgeschichte,
  • Bluthochdruck,
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus),
  • eine Gefäßerkrankung (Herzinfarkt, periphere arterielle Verschlusskrankheit, Aortenplaque),
  • Alter über 65 Jahre oder
  • ein weibliches Geschlecht.

Je nachdem, wie viele dieser Risikofaktoren vorliegen, sollte die gerinnungshemmende Therapie erfolgen oder nicht. Auch über die Dauer entscheidet der Arzt im Einzelfall.

Die bisher in Deutschland häufig eingesetzten sogenannten Vitamin-K-Antagonisten zeigen bei nicht wenigen Patienten eine erhöhte Blutungsneigung und Wechselwirkungen mit anderen, häufig eingenommenen Arzneimitteln und beliebtebn Lebensmitteln. Zudem können die notwendigen regelmäßigen Kontrollen des Gerinnungswertes bei manchen Patienten den Einsatz erschweren.

Die NOAK (nicht-Vitamin-K-abhängige Gerinnungshemmer) zeigen ein positiveres Nutzen-Risikoprofil als Vitamin-K-Antagonisten.


L.DE.MKT.GM.03.2018.4596

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Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2018 - Copyright © Bayer Vital GmbH
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